Día Del Niño 2013 - Atlético vs. GranadaAm kommenden Sonntag gibt der FC Granada seine Visitenkarte im Estadio Vicente Calderón ab. Das Spiel wird bereits um 17:00 Uhr angepfiffen, was eher eine ungewöhnliche Tageszeit für die Spiele der Rojiblancos in der Saison 2012/13 ist.

Zumindest auf dem Papier sind die Rollen klar verteilt. Atlético Madrid belegt im Moment den dritten Platz (62 Punkte), der Rückstand auf den zweitplatzierten, ewigen Rivalen beträgt drei Punkte (65 Punkte). Den Rojiblancos schwebt die Vision, die laufende Saison doch noch vor Real Madrid zu beenden, weiterhin vor, dafür muss die Mannschaft aber die Heimspiele gewinnen und dies bereitete zuletzt kleinere Schwierigkeiten. Aus den letzten fünf Begegnungen holten die Colchoneros lediglich einen Sieg (2:0 in Pamplona) und schossen dabei nur drei Tore (2x Diego Costa und 1x Falcao). Diese Phase ist die schwächste unter Diego Pablo Simeone überhaupt, ihn lässt dieser Umstand allerdings kalt. Am Mittwoch sagte er dazu: „An einem Tag analysierte ich die letzten sieben Spiele. Wir gewannen drei, spielten dreimal unentschieden und verloren nur eine Partie. Keine schlechte Bilanz. Wir sind alle sehr stolz auf die Arbeit unserer Spieler.“ Trotz der Zuversicht des Trainers muss objektiv konstatiert werden, dass sich die Atleti-Mannschaft in einer kleinen Krise befindet und das Spiel gegen einen Abstiegskandidaten als Befreiungsschlag genutzt werden sollte.

Der FC Granada kommt mit ganz anderen Sorgen nach Madrid. Das Team aus Andalusien dümpelt die ganze Saison hindurch in den unteren Regionen der Tabelle (die beste Platzierung: 15) und der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt vor dem 31. Spieltag nur noch zwei Zähler. Seit sieben Pflichtspielen bleiben die Gäste der Rojiblancos sieglos, zuletzt gewann der FC Granada am 9. Februar gegen Deportivo La Coruna (3:0 auswärts). Zugegebenermaßen schlug unser kommender Gegner Real Madrid mit 1:0 eine Woche davor. Von jenem Glanz ist ohnehin nicht mehr viel vorhanden, vor einigen Tagen gab es eine bittere 1:5-Klatsche zu Hause gegen Betis Sevilla. Zudem belegt die Mannschaft von Juan Antonio Albacete Anquela den letzten Platz (mit nur zwei Punkten) in der Formtabelle der letzten sechs Spieltage.

Personell sieht die Lage der Rojiblancos sicherlich nicht schlecht aus, in die Hände klatschen kann Diego Pablo Simeone dennoch nicht. Arda Turan trainiert weiterhin individuell und kommt für Sonntag nicht in Frage, das Gleiche betrifft Tiago, der nach seinem Handbruch noch nicht einsatzbereit ist. Seine Gelb-Rot-Sperre aus dem Spiel in Getafe muss Mario absitzen, die Sperre von Diego Godin hingegen wurde durch den Verband aufgehoben. Der Uruguayer sah vor einer Woche ebenfalls zwei Gelbe Karten und ist des Feldes verwiesen worden, die erste Gelbe Karte annullierte der Verband allerdings als eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Für den verletzten Türken könnte erneut Adrian spielen, vielleicht entscheidet sich der Atleti-Coach jedoch auch für Christian Rodriguez. Um die Position von Mario streiten sich Oliver Torres sowie Saul, dank einer engagierten Leistung nach seiner Einwechslung in Getafe könnte Oliver Torres die Nase vorn haben.

Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams im Estadio Vicente Calderon konnte Atlético Madrid für sich entscheiden (2:0), die früheren Begegnungen gegen Granada am Manzanares liegen allerdings über 35 Jahre zurück. Die Heimbilanz der Rojiblancos gegen den FC Granada sieht wie folgt aus: 14 Siege 3 Remis 1 Niederlage.

Die letzten 5 Partien im Estadio Vicente Calderon im Überblick:

06.05.1973: Atlético 2:1 Granada (2x Luis Aragones)
31.03.1974: Atlético 2:1 Granada (Ramon Heredia, Garate)
08.09.1974: Atlético 0:0 Granada
29.02.1976: Atlético 3:2 Granada (2x Ruben Ayala, Aguilar)
11.03.2012: Atlético 2:0 Granada (Miranda, Falcao)

Am Sonntag ist ein offener Schlagabtausch eher nicht zu erwarten, die Atleti-Spieler werden den Abwehrriegel der Gäste zunächst knacken müssen, um drei Punkte zu holen. Der Sieg wäre nicht nur wichtig, um Real Madrid auf den Fersen zu bleiben, sondern auch um den Abstand nach unten (im Moment 11 Punkte) unnötigerweise nicht zu verringern.