[Tourbericht] London calling

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[Tourbericht] London calling

Ein Reisebericht von Carmen García

Donnerstag, 26. April 2018. London calling.

Man braucht uns nicht sehr laut zu rufen, damit wir kommen. Wie schon im letzten Jahr in Leicester sind wir auch dieses Jahr reif für die Insel. Dieses Mal ist das Ziel London.

Und so machen wir uns auf den Weg Henrik, Felipe, Tom und meine Wenigkeit. Der Flughafen Köln-Bonn war unser Treffpunkt, nachdem wir uns zu Hause noch das Spiel Pest gegen Cholera angeschaut haben.

Vorsorglich wie immer hatte Henrik schon unsere Tickets für die Fähre gebucht und somit haben wir gegen 4:00 Uhr morgens das Festland verlassen um ca. 2 Stunden später britischen Boden zu betreten. Nach einem opulenten Frühstück, bestehend aus Chips, scharfer Salami, Schokolade und Gummibärchen (was tut man nicht alles!) entpuppte sich die Einfahrt in London als reiner Albtraum: mitten in der morgendlichen rush hour kämpften wir uns zu unserem vorgebuchten Parkplatz in der Nähe des Stadions durch, was uns einige Zeit und Nerven gekostet hat. Doch endlich angekommen und nach einer Katzenwäsche machten wir uns gut gelaunt auf den Weg ins Zentrum.

Da wir sehr nah am Stadion parken konnten, haben wir uns zunächst den Fanshop angeschaut, wo wir herzlich empfangen wurden und man uns viel Glück wünschte. Ein Bus brachte uns ins Herz der Stadt, nämlich zum Picadilly Circus, in der Hoffnung dort noch andere Colchoneros zu treffen. Es waren nicht viele zu sehen; später erfuhren wir, dass die meisten erst gegen Mittag landen würden.

Im Vorfeld hatten wir ein Treffen mit der Peña Atlética Britannia eingeplant. Ich hatte mich vor Tagen mit Antonio, dem Präsidenten, in Verbindung gesetzt, um zu erfahren, wo sie sich vor dem Spiel treffen wollten und dahin gingen wir auch. Es war eine schöne, kleine Kneipe, wo sich die Atlético Anhänger immer treffen, um die Spiele zusammen zu schauen. Dort waren schon einige Colchoneros anwesend und das Wiedersehen hat uns alle sehr gefreut. Wir machten es uns im Biergarten gemütlich, wo wir unsere Fahne aufhängen durften und unter der Mittagssonne unser leckeres Essen und Bier genießen könnten. Marcel kam rechtzeitig und verteilte die Karten und alle zusammen machten uns rechtzeitig auf den Weg zum Stadion. Ein Zwischenstopp am Auto haben wir gemacht um die Flasche Whisky, die Henrik freundlicherweise mit eingepackt hatte, zu probieren. Ein Hauch von „Botellón“ Stimmung haben wir somit geschafft :-).

Unsere Schals waren kein Hindernis sicher durch die Fanzone zu gehen.
Einige Fressbuden nebst Fahnen- und Schalverkäufer machten den Weg freundlich und bunt. Sogar das Geißbockecho wurde feil geboten, die Invasion letzten September muss bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Man wünscht sich immer diese friedliche Atmosphäre und freut sich, wenn es keine Zwischenfälle gibt.

Der Eingang zum Stadion lief reibungslos, unsere Plätze waren erstklassig und das Spiel entwickelte sich vom Anfang an als wahrer Krimi. Die frühe rote Karte von Vrsalijko und der Platzverweis von Cholo hat die Fans und vor allem die Spieler angespornt, alles zu geben. Mein Blutdruck ist in die Höhe geschossen, aber das bringt ein Atlético Spiel so mit sich…

Die Stimmung im Gästeblock war unglaublich, wie es auch nicht anderes zu erwarten war. Wir haben alle gelitten, aber nie aufgegeben. Das Spiel ging bekanntlich 1:1 zu Ende; dieser Abend schmeckte für Arsenal sicher bitter, doch für uns schmeckte er nach Sieg. Das Tor von Griezmann lässt uns glauben, ¡NUNCA DEJES DE CREER!

Und wieder hieß es ab nach Hause. Auf dem Rückweg gesellte sich noch Pablo zu uns, ein junger Student aus Spanien der zurzeit deutsch in Münster lernt. Nicht mal sein Rollstuhl bremst ihm, Atlético Madrid überall hin zu folgen. Hätten wir ihn nicht mitgenommen, hätte er am Bahnhof geschlafen, doch das nimmt er in Kauf, um sein Atleti zu sehen. Atlético Fans sind die größten!

Und so, mit dem Auto voll Fans und Hoffnung auf das Finale in Lyon, kehrten wir zurück, dieses Mal durch den Tunnel, und erreichten den Köln-Bonner Flughafen gegen 8:00 Uhr morgens.
Danke, Jungs! Es war wie immer eine Freude, mit euch unser Atleti zu begleiten! Wir sehen uns wieder im Finale 🙂

 

Von |2018-05-24T22:42:00+00:0006. Mai 2018|PACG|