[Tourbericht] In Kopenhagen schellt(e) das Telefon !

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[Tourbericht] In Kopenhagen schellt(e) das Telefon !

Ein Reisebericht von Carmen García

An-und-für-sich zieht uns wenig, um nicht zu sagen nichts, im Februar nach Kopenhagen. Aber wenn Atlético wieder in der Europa League spielt, so ist das doch einen Besuch wert.
Und so sind wir am 14. Februar, dem Valentinstag, dorthin geflogen.
Man sagte uns, Kopenhagen sei teuer und aufgrund des zu erwartenden Bierkonsums hatten wir uns vorsorglich am Flughafen (dem bei der Stadt mit K) nach dem Einchecken mit einem Dutzend Dosen des lokalen Bieres eingedeckt und diese mitgeschleppt – mehr passte leider nicht ins Handgepäck.

Kalt war es in der Stadt, obwohl die Sonne schien. Bei der Erkundung der Stadt steuerten wir als erste Sehenswürdigkeit die Carlsberg Brauerei an. Den Besuch und im Besonderen das Bier Tasting, können wir nur empfehlen („VISIT CARLSBERG – THE COPENHAGEN exBEERience“!).
Schön war es, als der Tasting-Coach Alex unsere Atlético Schals erblickte und dem Rest der Gruppe (Amerikaner und Engländer) erklärte, dass der „F.C. København am nächsten Tag gegen eines der besten Fußballteams der Welt spiele, Atlético Madrid“. Das ging noch besser runter als das leckere Bier.

Danach mussten wir selbstverständlich auch der kleinen Meerjungfrau unsere Ehre erweisen. Sie ist wirklich schön, aber mit unserem Schal um den Hals hat Sie uns noch besser gefallen.

Der Donnerstag war dann nicht mehr so sonnig und dementsprechend noch kälter, also zogen wir dick eingepackt durch die Straßen, Stichwort Zwiebel oder Michelin-Männchen. Vereinzelt waren schon Colchoneros in der Stadt auszumachen. Mit der Peña aus Dänemark waren wir erst gegen 17 Uhr in einem zentral gelegenen Pub (The Dubliner) verabredet und so trieb uns also keine Eile. Doch letztlich war es der Frost in Kombination mit einem eisigen Wind, der uns schon früher dorthin ziehen ließ. Anscheinend erging es vielen Atlético Fans so, denn das Lokal füllte sich schon am frühen Nachmittag zusehends.

Nach und nach trafen auch weitere PACG-Mitglieder ein und nach dem ersten Kaltgetränk war es an der Zeit unseren Rucksack (seitdem auch als „Mary Poppins Tasche“ bezeichnet) anzuzapfen. So wurden unsere Gläser nicht mehr leer bis diese Quelle versiegte. Und um hier keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Wir haben mit zahlreichen weiteren Getränken und dem Mittagessen dort für so viel Umsatz gesorgt, dass wir kein schlechtes Gewissen zu haben brauchen. Eher sehen wir der Kreditkartenabrechnung mit gemischten Gefühlen entgegen!

Und wie wir da so gemütlich in unserer Eckbank zusammensaßen, kam ein groß gewachsener Polizist mit leuchtend gelber Weste und Schnäuzer (Christian, wie wir später erfuhren) an unseren Tisch und fragte höflichst an, ob es uns etwas ausmachte, wenn sie uns zum Telia Parken Stadion begleiten würden. Ein wenig verdutzt waren wir im ersten Moment schon, empfahlen ihm aber, den weiteren Ablauf des Abends doch mit Christian von der dänische Peña abzustimmen. Doch außer dem gemeinsamen Gang zum Stadion gab es keine Pläne und so holten sie uns dann um 19 Uhr vor der Kneipe ab und gingen mit uns bis zum Stadion. Ich werde die nette Polizistin nicht vergessen, die uns (rückwärts gehend!) während unseres Marsches mit ausschweifenden Gesten animierte, doch noch etwas lauter zu singen. So machte der Weg zum Stadion wirklich Spaß!

Die Kontrollen im Stadion waren so gut wie nicht existent; in 2 Minuten waren wir alle drin. Nachdem das Sicherheitspersonal an höherer Stelle nachgefragt hatte, ob wir unser Banner an der ausgesuchten Stelle anbringen dürften, halfen sie flugs bei dessen „Montage“. Sehr aufmerksam, diese Dänen!

Christian, der freundliche Polizist, war die ganze Zeit bei uns und hat kräftig mitgefiebert. Denn, wie er schon im Voraus gestand: „Wir (Atlético) sollten heute unbedingt gewinnen, weil sein Herz für Bröndby IF, einem bodenständigen Verein wie Atlético, schlägt“. Ah, wohl auch deswegen kam er von Anfang an so sympathisch rüber!

Die Nacht war eisig kalt (danke an dieser Stelle an Alfonso für die lebensrettenden Wärmepads), aber die Stimmung war gigantisch. „Es werde Licht!“ hieß es.

Die Fans des FC Kopenhagen hatten mal so richtig abgeliefert mit einer spektakulären Choreografie aus Licht und Musik, die uns Staunen ließ. Und die unbeirrte Unterstützung ihres Teams, trotz des zum Schluss klaren Rückstandes, bis zum Abpfiff, verdient ohne Zweifel ein dickes Lob!

Es war eine schöne Reise; die gemeinsamen Stunden im Kreise der PACG haben wir genossen, ein gutes Spiel mit einem tollen Ergebnis gesehen und können daher nur sagen: Danke, Kopenhagen!

Von | 2018-02-21T20:56:23+00:00 20. Februar 2018|PACG|