Gloria Victis!!! Atlético Madrid 1:4 Real Madrid n.V.

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Gloria Victis!!! Atlético Madrid 1:4 Real Madrid n.V.

CL-Finale 1Es hat leider nicht gereicht. Es liefen bereits die nachgespielten Minuten, als Sergio Ramos per Kopf Thibaut Courtois bezwang und den Führungstreffer von Diego Godin egalisierte. Der Ausgleich bedeutete die Verlängerung, in der allerdings die ausgelaugten Rojiblancos wortwörtlich auf dem Zahnfleisch gingen und schließlich völlig unverdient mit 1:4 unter die Räder kamen.

Die Devise der Colchoneros vor dem Spiel lautete – aus einer hervorragenden Saison die beste Saison der Vereinsgeschichte zu machen. In der ersten Hälfte traten die Mannen von Diego Pablo Simeone wie gewohnt auf, hielten die Mitte dicht und so resultierten die einzigen Chancen von Real nach unnötigen Ballverlusten der Rojiblancos. Symptomatisch für die Atleti-Spielweise in dieser Spielzeit war auch das Führungstor. Nach einer Ecke gewann Juanfran den sog. zweiten Ball und der goldrichtig im Strafraum stehende Diego Godin wusste einen haarsträubenden Stellungsfehler von Iker Casillas zu nutzen. In der zweiten Hälfte drängten die Spieler von Atlético Madrid zunächst auf das 2:0, im Nachhinein fokussierten sie sich vornehmlich auf die Defensivarbeit. Real wurde immer stärker, die aufopferungsvoll kämpfenden und bedingungslos engagierten Rojiblancos reagierten lediglich.

Und dann kam die dritte Minute der Nachspielzeit. Eine Ecke für Real und dann sprang Sergio Ramos am höchsten…

Die Rot-Weißen standen k.o. – wie übrigens vor genau 40 Jahren, als Hans-Georg Schwarzenbeck (FC Bayern München) mit einem 1:1-Sonntagsschusstreffer die Atleti-Träume vom damaligen Europapokal der Landesmeister in letzter Szene der Verlängerung zunichte machte (das darauf folgende Wiederholungsspiel verlor Atlético damals sang- und klanglos mit 0:4).

In der Verlängerung wollten sich die Schützlinge von Diego Simeone nur in das Elfmeterschießen retten, was angesichts der Frische und Spritzigkeit der Real-Spieler nicht gut gehen konnte. 1:4-Klatsche ist in der Endabrechnung dennoch ungerecht.

In den nächsten Tagen werden selbstverständlich Fragen aufgeworfen. War es sinnvoll, den angeschlagenen Diego Costa (musste nach 9 absolvierten Minuten wieder raus) einzusetzen? Warum war ausgerechnet Tiago, sicherlich kein Kopfballungeheuer, für Sergio Ramos in der Schlüsselszene verantwortlich? Warum wurden sogar fünf Minuten nachgespielt? Egal, wie die Antworten lauten würden. Atlético Madrid hat insgesamt eine wahnsinnige Saison gespielt, ist nach 18 Jahren Meister geworden und hat mit seiner kämpferischen Spielweise die eine oder die andere Fußballseele erobert. Und der nach einem Zweikampf in der Verlängerung humpelnde Juanfran, der weiterhin versuchte, die Angriffe der Gegner zu unterbinden, gilt als Inbegriff der Leidenschaft, des Kampfes und des völligen Engagements für die rot-weißen Trikots in der Saison 2013/14.

Die gestrige Leistung seiner Schützlinge wusste auch der argentinische Coach zu schätzen: „Nach einem derartigen Spiel darf niemand eine Träne vergießen, schließlich spielten wir, als ob es um unser Leben gegangen wäre. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler und natürlich auch auf unsere Fans„. Apropos Fans – gestern haben sie der ganzen Welt gezeigt, warum sie so außergewöhnlich sind. Bis auf einige Eckbälle und die geschossenen Tore war der Anhang von Real Madrid völlig abgemeldet, die Gesänge von Atleti-Fans hallten 120 Minuten im Stadion von Lissabon, selbst bei der Pottübergabe an Real Madrid war nur „Atleti, Atleti, Atleti“ zu hören. Die Veranstalter mussten dies mit der Hymne von Real Madrid übertönen…

Gloria Victis, Ruhm den Besiegten, Aupa Atleti!!!

Von | 2014-10-15T10:59:11+00:00 25. Mai 2014|1. Mannschaft, Atlético, Champions League, Spielbericht|0 Kommentare

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