32. Spieltag - Team jubeltAls im Frühjahr 2010 dem auf drei Hochzeiten tanzenden FC Bayern München die Wochen der Wahrheit bevorstanden, charakterisierte dessen damaliger Trainer Louis van Gaal die kommenden Aufgaben mit einer holländischen Redewendung: „Wir bekommen Gladiolen oder wir sind tot“. Besser kann man die Lage der Rojiblancos im Monat Mai 2014 im Grunde genommen kaum beschreiben, die Spieler von Diego Simeone stehen entweder vor dem Ruhm für die Ewigkeit oder vor einem der bittersten Momente der Vereinsgeschichte. In den nächsten acht Tagen wird sich alles entscheiden. Und schon in wenigen als 48 Stunden hat Atlético Madrid die erste Chance, mit Gladiolen beworfen zu werden.

Die Voraussetzung dafür ist ebenso einfach wie kompliziert. Der Tabellenführer aus der Hauptstadt reist nach Barcelona, wo im altehrwürdigen Camp Nou der amtierende Meister FC Barcelona alles dafür tun wird, um den Titel zu verteidigen und die Rojiblancos ins Tal der Tränen zu stürzen. Drei Punkte trennen beide Teams, das Hinspiel im Estadio Vicente Calderon endete 0:0 unentschieden, von daher ist Barca im Falle des Sieges Meister.

Für die neutralen Betrachter der spanischen Liga stellt das wahre Finale um die Meisterschaft die Krönung einer wie seit Langem nicht mehr spannenden Spielzeit dar, die Freude auf dieses Finale hält sich dennoch unter den meisten Atleti-Fans wohl in Grenzen. Schließlich hätte Atlético Madrid aus den letzten beiden Spielen nur ein Pünktchen mehr geholt (0:2 in Valencia gegen Levante, 1:1 zu Hause gegen Malaga), hätten die Colchoneros bereits am vergangenen Wochenende den Titel feiern können. Es ist bekanntlich nicht wie gewünscht gelaufen und den Spielern von Atlético Madrid bleibt nichts anderes übrig, als den Katalanen die Meisterschaft aus der Hand zu reißen. Und die Chancen darauf stehen ziemlich gut. Zwar liegen die letzten achtbaren Erfolge der Rojiblancos in der La Liga im Camp Nou beinahe ein Jahrzehnt zurück (3:1 sowie 1:1 im Jahr 2006), nichtsdestotrotz haben die Mannen von Diego Simeone in dieser Saison gezeigt, dass sie den Katalanen durchaus Paroli zu bieten wussten. In der Champions League scheiterte der FC Barcelona an den Matratzenmacher aus Madrid (1:1 im Camp Nou), im Supercup zog Atlético nur wegen der Auswärtstorregel gegen Barca den Kürzeren (0:0 in Barcelona). Und in der heimischen Liga trotzten die Gastgeber den Katalanen in Madrid ein 0:0 ab. In den letzten fünf Vergleichen kamen die Spieler von Gerardo Martino kein einziges Mal als Sieger vom Platz, dies macht jedenfalls Mut für das Grand Duel.

Einen weiteren Mutmacher bildet die Formkurve der Katalanen in den vergangenen Wochen. Aus den letzten fünf Spielen holte der FC Barcelona lediglich acht Punkte (2 S – 2 U – 1 N), und in den beiden Siegen (3:2 in Villarreal, 2:1 gegen Bilbao) wirkte die Blaugrana alles andere als souverän. Atlético schwächelte zwar auch in letzter Zeit, die Endspiele der Jahre 2012 und 2013 sowie die Auftritte der Rojiblancos in der K.o.-Phase der diesjährigen Champions League hatten eindrucksvoll belegt, dass die Mannschaft mit dem enormen Druck eines entscheidenden Spiels sehr gut klar kommen kann. Last but not least ist die Tatsache erfreulich, dass am Samstag – Stand jetzt – alle Leistungsträger dem argentinischen Coach zur Verfügung stehen werden, der zuletzt leicht angeschlagene Diego Costa trainierte am Donnerstag mit der Mannschaft, die Gelbsperre von Diego Godin ist abgelaufen.

Vamos Atlético!!!