Interview mit Jesper Grønkjær (2004/2005)

Interview mit Jesper Grønkjær

Jesper Grønkjær

Seit drei Spielen hat Atlético Madrid einen Dänen unter Vertrag, der auf den Außenbahnen für Wirbel sorgen soll.
Sein Name ist Jesper Gronkjaer und heute, am 18. Januar 2005, besteht für uns, dem Peña Atlética Centuria Germana, die einmalige Chance, das erste freie Interview mit Jesper seit seiner Ankunft bei den Rojiblancos zu führen.

Durch das Interview leitet Hannah Janz.

 

Das Interview in Textform

Seit drei Spielen hat Atlético Madrid einen Dänen unter Vertrag, der auf den Außenbahnen für Wirbel sorgen soll. Sein Name ist Jesper Grønkjær und heute, am 18. Januar 2005, besteht für uns, dem Peña Atlética Centuria Germana, die einmalige Chance, das erste freie Interview mit Jesper seit seiner Ankunft bei den Rojiblancos zu führen.

PACG: Hallo Herr Grønkjær, es ist uns eine große Ehre, Sie treffen zu dürfen. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen, uns zu treffen. Sie sind erst seit ungefähr zwei Wochen hier in Madrid, würden Sie uns über Ihre ersten Eindrücke von der spanischen Hauptstadt erzählen?

JG: Es ist bisher ganz gut, zwei, drei Wochen, ich bin etwas gestresst wegen des ganzen Trainings, den ganzen neuen Gesichtern, die man kennen lernt, und mit der Sprache, die ich nicht spreche. Ich habe Spaß am Fußballspielen, und natürlich gibt es einige alltägliche Dinge, die ich erledigen muss, und das stresst mich ein bisschen, aber so ist das halt. Ich freue mich schon darauf, aus dem Hotel ausziehen zu können.

PACG: Also haben Sie im Moment noch kein Haus?

JG: Nein, habe ich nicht.

PACG: Sie sind ein weitgereister Mann, wie wir wissen; in Grönland geboren, Sie haben in Dänemark, den Niederlanden, England gelebt. Wie viele Sprachen verstehen und sprechen Sie und gehört Deutsch dazu?

JG: Ich verstehe Deutsch. Ich spreche es nur nicht so gut. Ich kann euch beide vollständig verstehen, wenn ihr Deutsch miteinander redet. Offensichtlicherweise spreche ich natürlich Dänisch und ich kann Englisch. Ich kann auch ein bisschen Niederländisch, Norwegisch und Schwedisch, die sind mehr oder weniger gleich, die verstehe ich. Ich verstehe Deutsch – nur Spanisch, das muss ich noch lernen.

PACG: Mit welchen von Ihren Mannschaftskameraden unterhalten Sie sich also?

JG: Da sind bloß ein paar Spieler, die wirklich Englisch können, mit den anderen komme ich auch so klar, ich versuche, mich mit meinen Armen, den Beinen, den Zehen und den Fingern zu verständigen… Das alles hilft, und ich denke, dass der Fußball, die Sprache des Fußballs ohnehin international verständlich ist. Es ist auch hilfreich, dass wir alle soviel zusammen sind.

PACG: Und auf English, wie würden Sie sich da selbst als Spieler beschreiben?

JG: Auf Englisch?

PACG: Ja, weil wir gerade über Sprachen geredet haben…

JG: … Eeeeh…

PACG: Sie sind ein Flügelspieler und unserer Meinung nach genau der Flügelspieler, der Atlético bisher gefehlt hat. In beiden Derbys der Liga haben Sie auf der linken Seite gespielt, im Copa-Spiel aber rechts, welche Seite bevorzugen Sie und warum?

JG: Ja, eigentlich bin ich ein Spieler für den linken Flügel, aber auch einer, der rechts spielen kann. Das habe ich auch fast ein paar Saisons für Chelsea getan, sowie für die Nationalmannschaft. Ich finde, dass es eine große Stärke ist, auf mehreren Positionen spielen zu können. Aber wenn ich entscheiden könnte, würde ich Links-Außen sein wollen.

PACG: Und verglichen mit Ihren anderen internationalen Erfahrungen, wie stufen Sie die spanische Liga ein?

JG: Wie ich bereits gesagt habe, bin ich erst seit ein paar Wochen hier…

PACG: Haben Sie die Liga vorher verfolgt?

JG: Nicht wirklich verfolgt. Vielleicht vor 10, 15 Jahren, als Michael Laudrup für Barcelona und Real Madrid gespielt hat, er war wahrscheinlich der Spieler, den jeder in Dänemark zum Idol hatte. Er war für alle ein Vorreiter.

PACG: Was fühlen Sie, wenn Sie den Platz im Vicente Calderon betreten und das rot-weiße Trikot tragen?

JG: Ich habe das erst einmal gemacht… und es war schon etwas Besonderes. Es war mein Debüt, mein Debüt gegen Real Madrid, das erste Spiel im neuen Jahr, und wir waren alle aufgeregt. Es war zudem nach der Winterpause… Ich war aber nicht nervös, nur in freudiger Erwartung und dann auch noch so ein Spiel zum Start! Nur leider ist das Ergebnis nicht so gut für uns ausgefallen.

PACG: Okay, was erwarten Sie also von diesem Jahr, von dieser Saison und was sind Ihre Ziele in den nächsten zwei Jahren hier?

JG: Ich will Teil eines Fußballsvereins sein, der vorwärts schreitet und attraktiven Fußball spielt, in Europa, und gerade das ist auch ein Ziel des Clubs. Aber wir werden bis zum Ende der Saison abwarten müssen. Zum Anfang des neuen Jahres hatten wir nicht ganz soviel Glück. Aber hoffentlich werden wir bald besser auftreten können, ein bisschen mehr Selbstvertrauen kriegen und dann auch in der Liga Erfolg haben können.

PACG: Wir wetten, dass Sie durch Tore oder Vorlagen 3 Punkte in der Liga holen werden, eingenommen das Spiel gegen Barcelona. Wie sieht Ihre Wette aus, würden Sie sogar noch höher gehen? Damit, dass Sie ein Tor schießen oder eine Vorlage zu einem Tor machen?

JG: Gegen Barcelona?

PACG: Ja.

JG: Ja, ich hoffe doch mal, aber es ist eigentlich nicht so wichtig, was ich tun werde, es ist wichtiger, was die ganze Mannschaft macht. Und dann werde ja auch ich vielleicht ein Tor machen oder zu einem Tor beitragen. Es ist jetzt wichtig, dass die Mannschaft gut spielt, und wenn das passiert, dann spiele auch ich gut. In diesem Fall werden wir dann auch erfolgreich sein können.


 

PACG: Ok, wir haben noch 10 kurze Fragen an Sie.

JG: Yepp.

PACG: Wie ist Ihre Lieblingsfarbe? (weiß alleine ist übrigens keine Farbe!!)

JG: Ich muss jetzt wahrscheinlich mit Rot, Weiß, Blau antworten…

PACG: Was für ein Auto fahren Sie?

JG: Gar keins. Ich habe kein Auto.

PACG: Welches Tier beschreibt Sie am besten?

JG: Ich habe keine Ahnung.

PACG: Was bevorzugen Sie, die Berge oder die See?

JG: Die See!

PACG: Was ist, abgesehen vom Fußball, Ihre Lieblingssportart?

JG: Handball.

PACG: Welchen deutschen Fußball-Verein mögen Sie?

JG: Bochum.

PACG: Was war das erste Wort, das Sie als Kind sprechen konnten?

JG: Da bin ich die falsche Person, um danach zu fragen… ich kann mich nicht erinnern. Es war wahrscheinlich Mama, Papa… oder Essen.

PACG: Was wollten Sie werden, als Sie jünger waren?

JG: Ich glaube, das, was alle Jungs werden wollen: Feuerwehrmann, Polizist, so etwas ungefähr. Ich weiß nicht genau.

PACG: Hatten Sie in Ihrer Kindheit einen Spitznamen?

JG: Keine wirklichen Spitznamen. Wahrscheinlich mein Vorname, verkürzt.

PACG: Last but not least: Gibt es etwas, dass Sie Ihren deutschen und internationalen Fans sagen wollen?

JG: Ah, ja, bleibt Atlético treu und hoffentlich sehen wir uns in Europa in der nächsten Saison.

PACG: Herr Grønkjær, wir bedanken uns sehr für das Interview…

JG: Kein Problem.

PACG: Wir danken Ihnen im Namen aller deutschen und internationalen Atlético-Fans. Dieses Interview wird auf Spanisch, Englisch, Dänisch und Deutsch auf der Web-Seite des deutschen Peña sowie auf AtleticoZone, einer internationalen Webseite über Atlético veröffentlicht werden. Es war uns eine große Freude, Sie zu treffen und sowohl in Lorca als jetzt auch hier in Madrid mit Ihnen sprechen zu dürfen. Wir wünschen Ihnen das Beste sowohl für Ihre persönliche Karriere als auch für ihre Zukunft als Rojiblanco. Wir hoffen, Sie 2006 mit der dänischen Nationalmannschaft in Deutschland zur Weltmeisterschaft begrüßen zu dürfen und natürlich auch in Europa mit Atlético. Bitte melden Sie sich jederzeit, wenn Sie Hilfe in Deutschland benötigen!
Vielen herzlichen Dank!