Interview mit Fernando José Torres Sanz

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Interview mit Fernando José Torres Sanz 2017-05-28T15:47:37+00:00

Interview mit Fernando José Torres Sanz (2003/2004)

Interview mit Fernando José Torres Sanz

Fernando José Torres Sanz

Am Mittwoch, den 24. September 2003 bekam unser Fanklub die einmalige Chance, ein Exklusivinterview mit dem spanischen Nationalstürmer in den Reihen Atléticos, Fernando José Torres Sanz, zu führen.
Das Interview fand nach einem regulären Training der Profimannschaft außerhalb des Trainingsgeländes, Cerro del Espino, in Majadahonda, ein Stadtteil von Madrid, statt.
Stellvertretend für den Peña Atlética Centuria Germana waren vor Ort: André Kahle, Dominik Hölscher, Kevin van Loo und Mario. Die Fragen auf Deutsch wurden von André Kahle, die Fragen auf Spanisch von Mario Calzado gestellt.

Durch das Interview leiten André Kahle und Mario Calzado.

 

Das Interview als Video

 

Das Interview in Textform

Am 24. September 2003 ist es uns gelungen, für unseren Peña Atlética Centuria Germana ein exklusiv Interview mit dem spanischen Jungnationalspieler Fernando Torres zu führen. Der neunzehnjährige Stürmer von Atlético de Madrid ist einer der talentiertesten und gefragtesten Spieler der Primera División.
Fernando, es ist uns eine große Ehre dieses Interview führen zu dürfen und Dich im Namen des Peña Atlética Centuria Germana Willkommen zu heißen.

PACG: Was bedeutet es für Dich, in Rot und Weiß zu spielen?

FT: Also, Rojiblanco zu sein oder in Rot und Weiss zu spielen ist etwas anderes als in einer anderen Mannschaft mitzuspielen. Es steckt eine große Tradition hinter diesem Verein und es gibt viele Eigenschaften, die Atléti zu etwas Besonderem machen.

PACG: Wie die Fans, überhaupt …?

FT: Ja, die Fans, ihr Verhältnis… die Spieler, auch wenn Atlético in der Segunda spielt, kommen sie hier her, das zeigt, dass dieser Verein etwas Einmaliges hat, das niemand erklären kann.

PACG: So wie die Peñas, in Spanien und im Ausland …?

FT: Genau. Es ist ein Verein, der viele Leute begeistert. Der Dritte in Spanien und auch aus ausländischer Sicht zieht viel mehr Leute an, als manche meinen und hat Peñas in vielen Ländern. Als wir abstiegen, blieben alle dem Verein treu und haben sich teilweise noch mehr engagiert.

PACG: Welchen Titel wirst Du Deiner Meinung nach mit Atlético als nächstes gewinnen?

FT: Also, natürlich die Liga (Primera División) diese Saison, oder den Copa del Rey. Ziel: Einen Titel zu gewinnen, um in Europa wieder teilnehmen zu können.

PACG: Welchen Schritt möchtest Du als nächstes für Deine Karriere tun?

FT: Ich möchte viele Titel mit diesem Verein gewinnen, auch mit der Nationalmannschaft. Dort möchte ich möglichst oft spielen und mir einen Stammplatz erobern.

PACG: Welchen Chancen siehst Du für Deine Nationalmannschaft bei der EM 2004 und denkst Du, dass Du dabei bist?

FT: Jetzt hängt es davon ab, was Griechenland macht. Es wäre besser, wenn wir uns als Gruppenerster qualifizieren könnten aber es wird nicht einfach. Wenn wir als Zweiter die Gruppe beenden, kommt es darauf an, auf wen wir treffen. Wenn wir auf eine stärkere Mannschaft treffen sollten, müssen wir härter kämpfen, aber wenn wir gegen einen leichteren Gegner spielen, sollte niemand denken, dass es schon geschafft ist. Meine Chancen dabei zu sein, hängen von dieser Saison ab. Wenn ich gute Leistungen bringe, werde ich größere Chancen haben, andernfalls ist es nicht sicher, dass ich mitfahre.

PACG: In Deutschland glauben viele Menschen, dass Du in einem oder in zwei Jahren bei einem „großen“ Verein spielen wirst. Sie glauben, Du wechselst zu Real Madrid oder nach Barcelona, da nur diese Clubs in Deutschland als grosse Vereine „bekannt sind“. Was würdest Du zu diesen Leuten sagen?

FT: Jeder ist frei zu denken, was er will, aber ich hatte schon die Möglichkeit wegzugehen und ich hab es nicht gemacht, da ich mich hier sehr wohl fühle. Solange ich mich hier wohl fühle, werde ich bleiben. Anders wäre es, wenn sich hier meine Lage verändern würde, aber wenn alles wie bis jetzt klappt, werde ich sehr lange bleiben.

PACG: Würdest Du nicht zu Real Madrid oder Barcelona …

FT: Zum FC Barcelona wäre etwas anderes, aber zu Real Madrid sicher nicht. Jetzt, falls ich weggehen müsste, möchte ich im Ausland spielen, nie gegen Atléti.

 

PACG: Mit welchem Spieler würdest Du am Liebsten das Dress der Rojiblanco teilen? Hast Du vielleicht einen deutschen Favoriten?

FT: Mmmhhh … es gibt dort großartige Spieler, sie sind Vize-Weltmeister. Mir hat Ballack immer gefallen, schon als er bei Leverkusen war, auch jetzt in München. Ich habe es sehr begrüßt als gesagt wurde, dass er nach Spanien wechseln würde – aber eben nicht zu Real Madrid, (lacht)

PACG: Wer war Dein großes Vorbild als Du mit dem Fußballspielen begonnen hast? Warum?

FT: Hm … also, ich habe viele Vorbilder gehabt, früher van Basten, jetzt Henry, aber ich hatte immer einen bei Atlético: Kiko, dem ich schon als ich Kind nachgeeifert habe, auch noch als ich in den Verein eintrat. Und dann konnte ich mit ihm zusammen spielen, er war mein großes Vorbild. Ich wollte immer machen was er machte und den Ball so spielen, wie er ihn spielte. Ich hatte das Glück, dass ich mit ihm spielen konnte.

PACG: Was empfindest Du, wenn Dich die Leute immer noch „El Niño“ nennen?

FT: Ich habe mich schon daran gewöhnt, Aguilera ist 32 oder 33 und er wird auch so genannt, da er auch sehr jung anfing. In der Kabine wird er immer „das Kind“ genannt. Also, das heißt, ich werde noch eine lange Zeit so genannt … (lacht) … aber es stört mich nicht.

PACG: Für uns Deutsche ist es sehr wichtig, dass Atlético wieder im europäischen Geschäft spielen wird. Nur so ist es uns möglich, noch mehr Menschen von der Liebe zu Atlético zu überzeugen. Wann denkst Du wird Atlético wieder in Europa spielen und wie werdet ihr dieses Ziel erreichen?

FT: Ich glaube … nicht nur ich, sondern alle wollen, dass wir in dieser Saison die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb schaffen, so dass wir nächste Saison im UEFA-Cup oder der Champions League dabei sind. Wichtig ist, dass wir in Europa wieder mitmischen und der Name Atleti wieder über die Grenzen hinaus bekannt wird.

PACG: UEFA oder Champions …

FT: Hoffentlich.

PACG: Intertoto?

FT: Intertoto sicher nicht. Das Ziel: Unter die erste Sechs zu kommen, besser unter die erste Vier … also, wenn möglich, natürlich Erster oder Zweiter, das bedeutet direkte Qualifikation.

PACG: Was möchtest Du Deinen deutschen Freunden mit auf den Weg geben?

FT: Da ich jetzt erst erfahren habe, dass es auch dort Fans gibt, möchte ich ihnen danken, dass sie hinter dem Verein stehen, auch wenn wir zuletzt schlechte Zeiten hatten. Und ich möchte auch sagen, dass wir Schritt für Schritt versuchen, wieder der Verein zu werden, der wir einmal waren. Wenn die Anhänger dabei bleiben, werden sie wieder ein großes Atléti erleben können.

PACG: Ich, André Kahle, möchte mich im Namen des Peña Atlética Centuria Germana ganz herzlich bei Dir für die genommene Zeit und Deine interessanten Antworten bedanken. Dieses Interview ist mehr als nur eine große Ehre für uns. Vielen Dank Fernando Torres! Muchas Gracias Fernando Torres por tu tiempo y Forza Atléti!

FT: Gracias