De niño a leyenda – Der perfekte Abschied einer Atlético-Legende

//De niño a leyenda – Der perfekte Abschied einer Atlético-Legende

De niño a leyenda – Der perfekte Abschied einer Atlético-Legende

Einer der größten und beliebtesten Spieler in der Geschichte von Atlético Madrid hat am vergangenen Sonntag einen gebührenden Abschied gefeiert. Bereits vor dem Anstoß feierten weit über 70.000 Zuschauer ihren Helden mit einer wunderschönen Choreografie und einem minutenlangem „Atléti yo te amo“.

„El Niño“ führte das Team, begleitet von seinen Kindern, in seinem letzten La Liga–Spiel, so wie in früheren Zeiten, als Spielführer auf das Feld und das, obwohl der eigentliche Kapitän Gabi auch in der Startelf stand. Ein große Geste zum Abschied.

Immer wieder hallten „Fernando Torres“–Fangesänge durch das weite Rund des Wanda Metropolitano und früh merkte man, dass auch seine Mitspieler Fernando einen schönen Abschied bereiten wollten. So wurde beinahe jeder Angriff der Rojiblancos so lange ausgespielt, bis er zum Abschluss bereitstand. In der ersten halben Stunde waren diese jedoch erfolglos. Mittlerweile versuchte sich Eibar als „Partycrasher“ und ging mit 0:1 in Führung.

Kurz darauf passierte das, auf was alle im Stadion gewartet bzw. gehofft hatten. Ein Traumzuspiel von Gabi auf Correa öffnete die Türe zum Ausgleich. Angel Correa lief alleine auf das Gästetor zu, hatte jedoch zu keiner Sekunde einen eigenen Abschluss im Sinn. Torres, der die Situation sehr schnell antizipierte, sprintete in Begleitung eines Verteidigers hinterher und musste nach Correas Zuspiel nur noch einschieben. Das Stadion hub sich aus den Fugen. Die Fans feierten den Treffer ihrer Legende.

Mehr geht nicht? Geht doch!

Als in der 59. Minute Antoine Griezmann und Diego Costa bereitstanden eingewechselt zu werden, war einigen Zuschauern der Angstschweiß auf der Stirn. „War’s das schon?“, „Wechselt er ihn jetzt schon aus? Mit Nichten. Griezmann und Costa kamen, Torres blieb.

Diego Costa war noch nicht einmal eine Minute auf dem Feld, als er einen schönen Pass in die Spitze auf Torres spielte. Dieser setzte sich in unnachahmlicher Manier gegen seinen Gegenspieler durch und lupfte den Ball ganz leicht und mit viel Gefühl über den herausstürmenden Torwart – 2:1! Einige erinnerte dieser Treffer vermutlich auch an das EM-Finale von 2008, als El Niño Spanien zum Titel schoss. Daraufhin ging es in die Fankurve, um mit den Fans zu feiern – vermutlich ein letztes Mal.

Dieser Antritt, diese Antizipation, dieses offensive Zweikampfverhalten, diese Kaltschnäuzigkeit -> dieser Fernando Torres. Vielleicht sollte der Vertrag doch noch einmal um ein oder zwei Jahre verlängert werden?

Leider wurde das Schiedsrichter-Gespann an diesem wundervollen Tag zum kleinen Spielverderber. Lucas Hernandez, der bereits mit gelb vorbelastet war, wurde von seinem Gegner schier umgerannt. Referee Izquierdo sah’s anders und entschied wohl auf taktisches Foulspiel – Gelb-Rot. Da nun sofort taktisch umgestellt werden musste, kam Gimenez für Vitolo und alle drei möglichen Wechsel waren ausgeschöpft. Somit beraubte eine Fehlentscheidung Fernando Torres um eine mögliche Auswechslung kurz vor Schluss inklusive sicher gewesener Standing Ovations.

Weder dieser Aspekt, noch, dass Eibar am Ende noch zum 2:2 Ausgleich kam, konnten die Stimmung jedoch trüben.  Nach Abpfiff feierten die Fans ihren Helden noch über eine Stunde.

Die Spieler von Atlético Madrid bildeten nach Schlusspfiff ein Spalier am Kabinenausgang. Torres war mittlerweile kurz in den Katakomben verschwunden. Dieses Spalier leitete eine standesgemäße Verabschiedung einer Legende ein. El Niño trat unter tosendem Applaus wieder auf das Spielfeld und wurde von all seinen Mitspielern und dem Trainergespann geherzt. Selbst alle Spieler und Verantwortlichen des SD Eibar blieben noch minutenlang auf dem Spielfeld.

Nun wurde ein riesiges Trikot in die Mitte des Feldes gelegt. Ein weiteres mit der Nummer 9 und der Überschrift „Hasta pronto, Fernando“ an einem Seil in die Luft gehängt und durch das Stadion gezogen. Die Verantwortlichen spielten daraufhin ein knapp 5 Minuten langes Video mit Szenen aus seiner Karriere auf den Leinwänden im Stadion ab. Bei kaum einem der immer noch über 60.000 Fans blieb ein Auge trocken. Immer wieder toste Applaus von den Rängen auf. Torres blieb sehr selbstbeherrscht musste aber auch sichtlich mit den Tränen kämpfen.

Zum Schluss dieser wundervollen Zeremonie verabschiedete sich Torres, begleitet von seiner Familie und seinen Mitspielern, bei einer Stadionrunde von den Fans. Ein atemberaubender Tag im neuen Zuhause der „Colchoneros“ ging zu Ende. Es wurde viel geweint und noch mehr gefeiert.

Muchas gracias y hasta pronto, leyenda!

Von |2018-05-24T22:41:58+00:0023. Mai 2018|Atlético|