Am 25. Mai vor 17 Jahren: Atlético Madrid machte das Double perfekt

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Am 25. Mai vor 17 Jahren: Atlético Madrid machte das Double perfekt

MilinkoPantic_03In der Saison 2012/’13, die sich unaufhaltsam ihrem Ende entgegen neigt, wurden die Erinnerungen an die legendäre Spielzeit 1995/’96 ein ums andere Mal wach. Der Grund dafür war ein tolles Abschneiden der Rojiblancos in den zurückliegenden Wochen und Monaten: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem FC Barcelona, die Aufstellung einiger Vereinsrekorde, ein erbitterter Kampf gegen Real Madrid um Platz zwei, schließlich gekrönt wurde die Saison mit dem Gewinn des spanischen Pokals, dem ersten Triumph in Spanien seit der Doblete-Spielzeit. Und der dritte Platz in der Primera Division, der den Rojiblancos nicht mehr wegzunehmen ist, bedeutet zugleich die beste Platzierung am Ende einer Saison seit 1996. Der 25. Mai bildet von daher eine gute Gelegenheit, um jene außergewöhnliche Spielzeit 1995/’96 Revue passieren zu lassen.

Der Sommer 1995 verlief beim Atlético Madrid wenig spektakulär. Nach dem enttäuschenden Platz 14 in der Vorsaison ordnete der berüchtigte Klub-Präsident Jesus Gil y Gil den Trainerwechsel an, die Geschicke am Manzanares übernahm der Serbe Radomir Antic, bis dahin ein Trainer ohne größere Erfolge, allerdings mit einer Saison bei Real Madrid in seiner Vita. Verabschiedet wurden einige Profis (Roman Kosecki, Jose Adolfo Valencia, Igor Dobrowolski), die in der Spielzeit 1994/’95 weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, für sie holte der neue Coach einige weniger berühmte Spieler wie den Torhüter Jose Molina (Albacete), den Stürmer Ljuboslaw Penew (FC Valencia) sowie den Mittelfeldregisseur Milinko Pantic (Panionios Athen). Besonders bei dieser dritten Verpflichtung rieben sich viele die Augen, der 29-Jährige Serbe war im europäischen Fußball völlig unbekannt und lediglich der neue Coach wusste, was er an ihm noch haben wird. Schließlich hatte er Ende der 80er-Jahre mit dem quirligen Spielgestalter beim Partizan Belgrad zusammen gearbeitet.

Der Wunsch des Atleti-Präsidenten war klar formuliert: internationales Geschäft! Und die Saison fing sehr gut an, am ersten Spieltag konnte Real Sociedad mit 4:1 nach Hause geschickt werden. In den kommenden Wochen legte Atlético Madrid eine furiose Serie hin, zwölf Spiele blieben die Colchoneros ungeschlagen (neun Siege und drei Unentschieden). Erst im November 95 fand die Atleti-Mannschaft in Real Madrid seinen ersten Bezwinger, stand aber weiterhin auf dem ersten Platz in der Primera Division. Den Meilenstein im Kampf um die Meisterschaft bildeten zwei nacheinander folgende Siege kurz vor Weihnachten. Zunächst konnte der FC Barcelona mit 3:1 (2x Penew, Caminero) im Estadio Vicente Calderón geschlagen werden, eine Woche später gelang ein 1:0-Sieg in Valencia (Caminero).

In den ersten Wochen des Jahres 1996 baute Atlético seinen Vorsprung in der Tabelle sukzessiv aus, nach 25 Spieltagen betrug er komfortable elf Punkte. Von nun an begann allerdings ein schwer zu erklärender Leistungsabfall der Rojiblancos. Die Mannschaft verlor drei Heimspiele (gegen den FC Sevilla, Real Valladolid sowie Real Madrid), spielte einige Male unnötig Unentschieden (u.a. 1:1 gegen Saragossa und Oviedo) und gewann nur mit Ach und Krach gegen die Teams aus den unteren Gefilden der Tabelle (3:2 gegen Celta Vigo und 1:0 in Merida). Sechs Spieltage vor Schluss gastierten die Mannen von Radomir Antic beim FC Barcelona, vor der Partie belief sich der Zählerunterschied zwischen den beiden Teams auf mickrige drei Punkte. Im ausverkauften Camp Nou absolvierten die Rojiblancos womöglich das beste Spiel jener legendären Spielzeit und besiegten die Katalanen mit 3:1 (Roberto, Vizcaino, Biagini). Der Monat April wurde mit dem Gewinn des Copa del Rey beendet, im Finale schlugen die Colchoneros erneut den FC Barcelona, diesmal jedoch nur mit 1:0 (nach einem Kopfballtreffer von Milinko Pantic in der Verlängerung).

Nach dem Sieg im Camp Nou konnten sich die Atleti-Spieler dennoch nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, denn der FC Valencia legte einen kräftigen Schlussspurt hin und avancierte zum direkten Verfolger von Atlético Madrid. Nach dem vorletzten Spieltag hatten die Schützlinge von Radomir Antic nicht nur zwei Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Valencianer, sondern ebenfalls eine schlechtere Bilanz der direkten Aufeinandertreffen, da das Heimspiel mit 2:3 verloren ging. Die Ausgangslage vor der letzten Begegnung der Saison 1995/’96 war klar: Atlético musste gewinnen, um sicher den begehrten Meister-Pokal in den Himmel von Madrid recken zu dürfen. Im pickepackevollen Estadio Vicente Calderón empfingen die Rojiblancos das Team aus Albacete, das sich im Falle eines Dreiers noch leise Hoffnungen auf den Klassenverbleib hätte machen können. Die Partie verlief nach dem Wunsch vom Atleti-Trainer und den Fans auf den Rängen. Diego Pablo Simeone köpfte zum 1:0 ein, Kiko legte eine Viertelstunde später das zweite Tor nach (nach einer Torvorlage von… Jose Molina!). In der zweiten Hälfte kontrollierten die Rojiblancos das Geschehen auf dem Platz und ließen nichts mehr anbrennen. Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme, Atlético Madrid war spanischer Meister, die Fans sowie die Spieler feierten den neunten Meistertitel bis zum Morgengrauen.

Die Meisterschaft holte natürlich das ganze Team, wobei solche Spieler wie Milinko Pantic, Diego Pablo Simeone, Francisco Kiko, Jose Luis Caminero, Jose Molina, Santi, Juan Vizcaino oder Roberto Solozabal in die Atleti-Geschichtsbücher eingingen und immer mit der unvergesslichen Saison 1995/96 in Verbindung gebracht werden.

Von | 2014-01-12T11:53:01+00:00 26. Mai 2013|1. Mannschaft, Atlético, Legenden|0 Kommentare

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